| Lanz-Lokomobile Umsetzung |
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Von Niedersachsen nach Sachsen Umsetzung einer Lokomobile mit Sägegatterzum Sächsischen Dampfmaschinenvereins zu Wilsdruff e.V.
Der Sächsische Dampfmaschinenverein in Wilsdruff hat seit dem 27. Februar 2006 eine neue Attraktion. Die Geschichte, die hier zu erzählen ist, geht in das Jahr 2003 zurück. Ein Vereinsmitglied erfuhr durch Zufall, dass in der Gemeinde Lüdenhausen im Lippekreis/Niedersachsen eine alte LANZ-Lokomobile und ein Horizontalsägegatter ungenutzt stehen. Der Besitzer, Herr Werner Meier, suchte seit längerem ein Museum, in dem sein Sägewerk erhalten und restauriert werden kann. Nachdem der Lokomobilbetrieb wegen des verschlissenen Kessels im Jahre 1990 eingestellt werden musste, konnte das Sägegatters bis vor wenigen Jahren noch mit einem Elektromotor betrieben werden. Der Sächsische Dampfmaschinenverein beeindruckte Herrn Meier mit seinen bereits vorhandenen, betriebsfähigen Dampfmaschinen und deren fachkundiger Betreuung, so dass er sich entschloss, die gesamte Anlage nach Sachsen abzugeben. Briefe gingen von Sachsen nach Niedersachsen und zurück, Telefonate wurden geführt, Planungen angestellt und Sponsoren gesucht. Im Ergebnis überließ Herr Meier dem Verein seine historische Sägegatteranlage, welche seit 1927 von einer LANZ-Dampflokomobile angetrieben wurde. Am 25. und 26. Februar 2006 bauten fünf Vereinsmitglieder zusammen mit Herrn Meier das Sägegatter nebst Getriebe, Gleisanlage, Transmission und Gatterwagen ab. Um die Befahrbarkeit des Sägewerksgeländes bei aufgeweichtem Boden zu gewährleisten, ließ Herr Meier extra Schotter anfahren und verteilen. Mit Hilfe des Traktors des ortsansässigen Landwirts „Fritz“ wurde die alte Lokomobile in Millimeterarbeit aus dem Sägeschuppen und schließlich auf einen Tieflader gezogen. Auch die Bergung des schweren Sägegatters und der zugehörigen Teile aus dem Schuppen stellte die Mannschaft vor schwierige Aufgaben. Dank guter Ideen, geeigneter Hebezeuge und einem Schuss Improvisationsvermögen wurde auch diese Bewährungsprobe gemeistert. Familie Meier verwöhnte das Abbauteam mit vorzüglicher Vollverpflegung in familiärer Umgebung. Für das Verladen und den Transport der abgebauten Teile sponserte die EnSO Energieversorgung Sachsen Ost einen Lkw mit Ladekran. Die Lokomobile fand auf einem Tieflade-Anhänger der Herzogswalder Agrar GmbH einen sicheren Standplatz. Die Stadtverwaltung Wilsdruff half bei Ankunft des Transportes mit einem Streufahrzeug, um das Abladen bei vereistem Boden sicher durchführen zu können. Für das Herunterziehen der Lokomobile stellte uns wiederum die Herzogswalder Agrar GmbH kurzfristig einen Traktor zur Verfügung. Ohne diese großzügige Unterstützung von mehreren Seiten wäre der Transport durch den Verein nicht durchführbar gewesen und Sachsen um eine Attraktion ärmer. Nun beginnen die Planungen für die Aufstellung der gesamten Anlage im Vereinssitz in der ehemaligen Küchenmöbelfabrik der Gebr. Müller auf der Fabrikstraße in Wilsdruff. Das Horizontalsägegatter wird mit der gesamten Transmission wieder original aufgebaut und soll nach Fertigstellung Besuchern vorgeführt werden. Zunächst ist der Antrieb der Säge und der Lokomobile durch einen Elektromotor vorgesehen. Die Wiederinbetriebnahme des originalen Dampfantriebes wird wohl auch in Zukunft von der Unterstützung durch Unternehmen und von privaten Spenden abhängig sein.
Michael Fichte, Sächsischer Dampfmaschinenverein zu Wilsdruff e.V. |



