Wilsdruff - Die Möbelstadt PDF Drucken E-Mail

Etwa hundert Jahre lang war das Leben in der Stadt Wilsdruff maßgeblich durch die industrielle Fertigung von Möbeln geprägt. Seit ihrem Beginn spielte dabei die Möbelfabrik der Gebr. Müller eine führende Rolle. Bereits im Jahr 1883 wurde an deren Standort die erste Dampfmaschine der Stadt in Betrieb genommen. Bahnbrechend für die gesamte "Möbelstadt" mit ihren sechs großen Betrieben wirkte sich die im Jahr 1906 erfoglte Patentierung des ausziehbaren Aufwaschtisches durch den Wilsdruffer Fabrikanten Theodor Porsch aus. In den Folgejahren erlebte dann die Wilsdruffer Möbelindustrie ihre Blütezeit, was zum Aufbau eines deutschlandweiten Vertriebsnetzes führte.

Während der Krisenjahre nach dem ersten Weltkrieg erfolgte teilweise eine Umstellung von Küchen- auf Schlafzimmermöbel, so auch bei Gebr. Müller. Nach 1945 konnte die Möbelproduktion in vier Betrieben (seit etwa 1960 mit staatlicher Beteiligung) wieder aufgenommen werden.

Nach Enteignung 1972 wurden diese Betriebe zum VEB Küchenmöbel zusammengefasst. Eine weitere Integration in die Kombinatsstrukturen der DDR führte zum Rückgang der örtlichen Möbelproduktion. In den vorhandenen Betriebsstätten wurden angelieferte Möbelteile versandfertig verpackt. Nach 1990 wurden zwei Fabrikgebäude als Möbelstudios ausgebaut.