Wir danken Herrn Hans-Jürgen Möde aus Cottbus
für die Zurverfügungstellung dieses Gedichtes.
 

 
Die Dampfmaschine
 
Eine Röhre, aus Stahl gegossen,
vorn und hinten fest verschlossen.
Ein Mensch, dem die gehört,
hat dort Wasser eingesperrt.
Dieses Wasser soll ihm dienen,
anzutreiben einen Riemen.
Dieser liegt auf einem Rad,
das blank geputzt, metallisch matt.
Dieses Rad hat eine Nabe.
Diese Nabe wiederum,
sitzt auf einer Welle die ganz krumm.
Um das Wasser jetzt zu reizen,
muss ein Heizer mächtig heizen.
Unter der Röhre Feuer machen,
dem Wasser vergeht sehr schnell das Lachen.
Aufgeheizt dehnt es sich aus,
doch es kann nicht hinaus.
Alle Wege sind verschlossen,
das Wasser, das ist sehr verdrossen.
Diese Hitze tut nicht gut,
das Wasser schäumt schon vor Wut.
Die Stimmung ist sehr gespannt,
Dampf drückt gegen die Innenwand.
„Ich bin ein Star,holt mich hier raus,
aus diesem engen Röhrenhaus.
Dieses wollt der Mensch erreichen,
er lässt den Dampf jetzt entweichen.
Doch der Dampf, der muss sich drängen,
durch enge Röhren, Ventilen, Gängen.
Und so wird dem Dampf schnell klar,
dass das noch nicht die Freiheit war.
Ein schwerer Kolben, riesengroß,
versperrt den Ausgang, wie ein Kloß.
Der Dampf, der drückt mit aller Kraft,
gegen den Kolben, den er schafft,
sich zu bewegen, bis zum Ende,
wo ganz schmal,
öffnet sich ein Kanal.
Der Dampf, wie von Sinnen,
glaubt der Enge zu entrinnen.
Doch schon wird er umgeleitet
und ein neues Hindernis bereitet.
Will der Dampf die Freiheit sichten,
muss er Arbeit erst verrichten!
Der Mensch freut sich sehr,
geht der Kolben hin und her.
Dem Dampf ist das ein Greuel,
er muss erst über Kolben und Pleuel,
diese krumme Welle drehen,
bevor er kann den Ausgang sehen.
Der Mensch, der hat sein Ziel erreicht,
das Wasser kontrolliert entweicht.
                                                           24.02.05 HM